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05.07.2022

Der Wander Guide ist, beginnend mit dieser Ausgabe, eine Neuerung in unserem Newsletter. Neben Fachthemen, Terminen und Neuigkeiten wollen wir Ihnen auf diesem (Wander-)Wege in loser Folge die ein oder andere Lieblingsstrecke unseres viel bewanderten Kollegen Ulf Stecher vorstellen.

Die erste Ausgabe entführt Sie in den Kreis Olpe im Sauerland, genau genommen auf die Südroute des Bigge-Lister-Weges. Insgesamt umfasst der Bigge-Lister-Weg 46 km und ist in drei Teiletappen unterteilt, die jede für sich zu jeder Jahreszeit sehr empfehlenswert sind.

Wir starten auf dem großen (gebührenpflichtigen) Parkplatz oberhalb der Talbrücke Sondern und bemerken am anderen Ende der Stellfläche erstmals die Gastro von Ommi Kese, heute beschildert mit see:sicht. Diese Station heben wir uns als Belohnung zum Ende auf, denn wir werden schon gute fünfeinhalb bis sechs Stunden unterwegs sein.

 

Nun aber los! Wir verlassen den Parkplatz abwärtsgehend und lassen uns von der Talbrücke Sondern auf die andere Seite des Ufers führen. Am Ende erreichen wir einen Kreisverkehr, auf dessen gegenüberliegenden Seite erwartet uns der eigentliche Zustieg zur Tour. Je nach Jahreszeit muss man hier schon mal etwas genauer nach der Beschilderung schauen, aber das große weiße BL auf blauem Grund wird uns fortan gezielt durch den Tag führen.

Es geht erstmals auf schmalem Pfad bergauf bis wir dem Wegschild Richtung Parkplatz Kessenhammer folgen. Wir folgen dem Waldweg und erreichen schon nach kurzer Zeit einen der vielen aussichtsreichen Punkte der Tour, den Panoramapunkt Hof Howald, 374m ü. NN. Hier kann man sich sogar in ein Gipfelbuch eintragen.

Weiter geht es Richtung Kessenhammer, es geht sehr bald wieder bergab und wir kreuzen, unten angekommen, einen Seitenarm der Biggetalsperre. Das satte Grün der Bäume spiegelt sich im glatten Wasser. Auf der anderen Seite führt unser Weg ein Stück mit der Straße nach links bis wir diese überqueren und dann weiter unserer Beschilderung über die nächste Anhöhe mit Ausblick folgen.

Am Wegesrand lockt ein überdimensionaler Gartenstuhl zur Pause oder zumindest für ein Foto. Nach etwa 6,5 km passieren wir die Jugendherberge Biggesee, es geht abermals kurz auf und ab und wir erreichen den Seeweg an der Uferkante. Hier teilen wir uns in flacher Ebene die Wegstrecke auf breitem Weg mit den Radfahrern. Tipp am Rande: Man kann im Rahmen des Raderlebnis Biggesee-Listersee den gesamten Uferweg (Seeradweg) umrunden. Wer es anspruchsvoller mag, nimmt den Höhenradweg.

Im Wegesverlauf kommt nun auch eine Bahnstrecke hinzu und erneut überqueren wir einen Teil des südlichen Biggesees in einer lang gezogenen Kurve. Am Horizont erkennen wir die gelb-orange schimmernde Valentins-Kapelle, mein persönlicher Pausenstopp passend zur Halbzeit der Strecke und zudem ein herrlicher Ort zum Verweilen und Ausruhen.

An dieser Stelle wurde erstmals 1725 eine Kapelle erbaut, 1849/50 entstand ein Neubau, der optisch dem heutigen Aussehen weitestgehende entspricht. Leider verfiel die Kapelle aber nach und nach, erst 1975 wurde sie durch eine Bürgerinitiative neu aufgebaut.

 

Die Pause hat gut getan und gestärkt geht es weiter, wir kreuzen kurz drauf zunächst die Bahnstrecke, folgen einem schmalen Weidepfad vorbei an Kühen und Schafen (sofern sie denn gerade hier grasen), überqueren erneut und eher unscheinbar das Wasser, bevor es rechts ab und in Sichtweite der Uferkante weiter geht. Wir gehen unter der mächtigen Brücke der Bundesstraße durch und erreichen einen Abzweig nach links der uns kurz durch die Ortschaft Alperscheid führt.

Schnell verlassen wir das kleine besiedelte Stück und nun führt uns der Weg mehr oder weniger in leichten Kurven bergauf immer weiter Richtung Eichhagen. Unterwegs auf der Höhe lädt eine Bank zu einer weiteren Pause. Am Horizont erkennen wir die Ausläufer der Biggeseetalsperre, eine Wasserfontäne spritzt in die Höhe und auch die große Brücke mit ihrer Bundesstraße erkennen wir wieder.

12 Kilometer liegen hinter uns und wir wollen weiter. Weiter mäandert die Strecke unberührt zwischen Eichhagen und Dumicke langsam wieder auf Sondern zu. Unterwegs lockt ein Schild „Zum Stadl Jause“, allerdings öffnet man hier laut Google nur sonntags. Also sparen wir uns den Abstecher und folgen lieber unserer Beschilderung. Es geht inzwischen nur noch in leichten Wellen auf und ab, bis wir plötzlich ein letztes Mal kurz zwischen Nadelbäumen rechts aufsteigen um am Ende gleich wieder links abzubiegen.

 

Allmählich kommt rechter Hand eine Straße näher und es geht seicht bergab bis wir den Kreisverkehr erreichen. Der Wegweiser lässt uns die Straße 2 x kreuzen und es geht weiter leicht abfallend Richtung Start und Parkplatz an der Talbrücke Sondern.

 

Oberhalb des Parkplatzes erreichen wir Ommi Kese, wo man bei gutem Wetter herrlich mit Blick auf den See in der Seelounge ausruhen kann. Currywurst im Ommi Style mit Pommes und ein kühles Pils belohnen uns für den Tag.

Zusätzlicher Tipp: Wer noch nicht genug von der üppigen Natur des Sauerlandes hat, kann unterhalb der Restauration auch noch den Zustieg für eine Schiffrundfahrt über den Biggesee nutzen.

Länge: Rund 19 km
Gehzeit ohne große Pausen: 5:30 - 6:00 h

Anspruch: mittelschwer, gute Ausdauer
Auf und Ab: ca. 550 m

Höchster Punkt: 400 Meter
Tiefster Punkt: 300 Meter

Wanderstöcke: Können nie schaden

Start- und Endpunkt: Parkplatz Talbrücke Sondern unterhalb Ommi Kese

Einkehrmöglichkeit: Ommi Kese (am Start-Zielpunkt) https://www.ommikese.de/

 

Route zum Download als GPX: https://www.ich-geh-wandern.de/bigge-lister-weg-s%C3%BCdroute

 

Weitere Informationen zu allen 3 Routen am Biggesee: https://www.ich-geh-wandern.de/bigge-lister-weg